Die Demütigungen von Wiens Polizeichef Karl Mahrer nehmen kein Ende. Zuerst räumen Einbrecher dem mächtigsten Polizisten der Stadt die Wohnung leer. Jetzt stellt sich obendrein heraus, dass es eine Bande Frauen war. Mahrer inszeniert sich ja gern als sicherheitspolitische Frontfigur neuen Zuschnitts, als einer, der mit Puffgeschichten und Pikanterien à la Verein der Freunde der Polizei aufräumt – zu viel Offenheit und Frauenverstehertum müssen aber auch nicht sein: Sollen die Geschlechter denn wirklich in jedem Bereich gleich vertreten sein? Auch im Kriminal? Gut, dass sich der erzprogressive Mahrer zur Emanzipation bekennt. Doch unterschätzt er die Nostalgie jener, die sich an der Schulter echter Männer und polternder Generäle sicherer wähnen: Es war nicht alles schlecht an Roland Horngacher. Oder?
“Falter” Nr. 13/10 vom 31.03.2010 Seite: 6 Ressort: Falter & Meinung

April 4, 2010

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