US-Wahlkampf: Piepsstimme und Bibelsprache

4 04 2008

New York. Andie Tucher war Fernsehjournalistin, bevor sie im Wahlkampf 1992 die Reden für Bill Clinton und Al Gore schrieb. Nach ihrem Ausflug in die Politik arbeitete sie für den Nachrichtensender ABC, bevor sie an der Columbia Universität in New York Geschichte zu unterrichten begann. Für die „Wiener Zeitung“ analysiert die promovierte Historikerin die rhetorischen Qualitäten der US-Präsidentschaftskandidaten.

Wer hält die besten Reden unter den Präsidentschaftskandidaten?
Viele bewundern Obama für seinen Stil. Es ist ein Stil, der tief verwurzelt ist in der Tradition afroamerikanischer Redner und Prediger. Ein Stil, den Martin Luther King perfektioniert hat. Das fühlt sich bei Obama richtig und mitreißend an. Hillary könnte nicht so reden. Sie hält andere Reden. Reden, die informativ sind, praktisch, die sie als jemand präsentieren, der bodenständig ist und seriös. Die Art der Rede sagt viel darüber aus, wie sich die Kandidaten inszenieren. Obama sagt: Ich will Leute inspirieren und zusammenbringen. Hillary sagt: Ich arbeite hart für euch. John McCaine ist jemand, der manchmal so wirkt, als würde er sich auf der Bühne nicht sehr wohl fühlen. Ähnlich übrigens, wie Al Gore, den viele als hölzern beschrieben. McCain macht die Leute nicht wirklich euphorisch. Auch wenn Reporter, die ihn näher kennen, schwören, er sei wahnsinnig unterhaltsam im kleinen Kreis…

Weiterlesen in der Wiener Zeitung

Artikel als pdf-file: wienerzeitung_tucher

img_1488.jpg





Until The Last Prayer

1 04 2008

One Sunday only three of them had come. There was no pastor preaching. There was no gospel music playing, no choir singing. Nobody stood up clapping hands or playing the tambourine. They just sat on their worn, pink plush seats in empty rows, reading the yellowed bible-study books. Because it was cold in the prayer hall, they wore their overcoats. Robert Scott, who used to dress up in fancy clothes for the Mass, wore a casual, woolen sweater. He looked tired. In his voice lay resignation.

For over half a century the New Mount Zion Pentecostal Holiness Church of America has been an integral part of the East Tremont section of The Bronx. Like a ship it plunged through the swirls and waves of life. For fifty years it carried its congregation safely through the hardships of a troubled neighborhood. It passed through the fires of the Sixties and Seventies. It navigated through unemployment, poverty, street gangs and crime. But now, it seems, God had finally withdrawn his blessing and abandoned the faithful. Mount Zion was never rich, but now it had slipped into serious financial trouble; the old members of the congregation faded away; new members were not in sight. Is this how churches die?

Read more of my Columbia Master’s Project: bernold_until the last prayer.doc

Thanks to Todd Gitlin, my professor, and Hans Gruber, my uncle, who did the copy editing!





Bei Jeffrey Sachs im Globalen Klassenzimmer

13 03 2008

New York. In der Lewisohn Hall ist es noch zeitig in der Früh. Aber für Lee Yee Cheong bricht bereits die Nacht herein. Der pensionierte Ingenieur beobachtet die amerikanischen Studenten, wie sie einer nach dem anderen schlaftrunken ins Klassenzimmer taumeln. Ausgerüstet mit Kaffee in Plastikbechern und Tee in Thermoskannen setzen sie sich an die Tische. Lee Yee Cheong lächelt ihnen zu. Dabei sitzt er 14.000 Kilometer weiter östlich in einem Konferenzraum der Universität von Malaya in Malaysia.

Es sind die letzten Minuten, bevor an der New Yorker Columbia Universität das dienstägliche Lehrexperiment beginnt. Jeffrey Sachs, Ökonom von Weltruf und wirtschaftlicher Berater von Regierungen zahlreicher Staaten, hat das Projekt ins Leben gerufen. Mehr als 150 Studenten an zwölf Universitäten auf allen Erdteilen unterrichtet Sachs seit Anfang Februar simultan…

Weiterlesen in der Wiener Zeitung

sachs.jpg