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US-Wahlkampf: Piepsstimme und Bibelsprache

New York. Andie Tucher war Fernsehjournalistin, bevor sie im Wahlkampf 1992 die Reden für Bill Clinton und Al Gore schrieb. Nach ihrem Ausflug in die Politik arbeitete sie für den Nachrichtensender ABC, bevor sie an der Columbia Universität in New York Geschichte zu unterrichten begann. Für die „Wiener Zeitung“ analysiert die promovierte Historikerin die rhetorischen Qualitäten der US-Präsidentschaftskandidaten.

Wer hält die besten Reden unter den Präsidentschaftskandidaten?
Viele bewundern Obama für seinen Stil. Es ist ein Stil, der tief verwurzelt ist in der Tradition afroamerikanischer Redner und Prediger. Ein Stil, den Martin Luther King perfektioniert hat. Das fühlt sich bei Obama richtig und mitreißend an. Hillary könnte nicht so reden. Sie hält andere Reden. Reden, die informativ sind, praktisch, die sie als jemand präsentieren, der bodenständig ist und seriös. Die Art der Rede sagt viel darüber aus, wie sich die Kandidaten inszenieren. Obama sagt: Ich will Leute inspirieren und zusammenbringen. Hillary sagt: Ich arbeite hart für euch. John McCaine ist jemand, der manchmal so wirkt, als würde er sich auf der Bühne nicht sehr wohl fühlen. Ähnlich übrigens, wie Al Gore, den viele als hölzern beschrieben. McCain macht die Leute nicht wirklich euphorisch. Auch wenn Reporter, die ihn näher kennen, schwören, er sei wahnsinnig unterhaltsam im kleinen Kreis…

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Artikel als pdf-file: wienerzeitung_tucher

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