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Grenzgangkletterpartie

Erik Garza from Granjeno Texas has mixed feelings about the border wall in his garden

Erik Garza from Granjeno Texas has mixed feelings about the border wall in his garden

Es ist ein Damm aus rötlichem Lehm, Steinen und Sand. So steil, dass man es ohne Zuhilfenahme der Hände gerade hinauf schafft. Aber der Kies ist locker und gibt nach und es fressen einen die Gelsen. Der Damm befindet sich im Garten von Erik Garza, einem Obstbauern aus Granjeno, Texas. Oben fahren Baumaschinen und Traktoren. Sie errichten eine Mauer aus Beton, die parallel zum Rio Grande verläuft. Eines Tages soll sie die US-Grenze vor mexikanischen Einwanderer schützen.

Construction of the border wall in Granjeno, Texas (October 2008)

Construction of the border wall in Granjeno, Texas (October 2008)

Garza, dessen Gesicht ein ausladender, buschiger Schnurrbart ziert, hatte Glück. Eigentlich sollte der Wall unmittelbar neben seinem Haus verlaufen. Wären er und seine Nachbarn mit ihren Beschwerden, Petitionen und Rechtsmitteln gescheitert – sie hätten heute keine Gärten mehr. Und die schüchterne Greislerin am Eck, die auch Lassowerfstunden vermittelt, hätte nicht mehr das kleine Häuschen mit dem Klo.

2005 präsentierte die Bush-Regierung das Projekt eines Grenzwalles. Seither schwellen die Rechtsstreitigkeiten zwischen der Regierungsbehörde Homeland Security und Grundstückeigentümern. Unzählige Male verzögerten sich die Bauarbeiten. Keiner glaubt heute noch an die planmäßige Fertigstellung bis Ende 2008. Im „Valley“, dem Grenzraum des südlichen Texas – einer der ärmsten Gegenden der USA, wo fast ausschließlich Spanisch gesprochen wird – sind die Bauarbeiten erst an wenigen Stellen abgeschlossen. Beide Präsidentschaftskandidaten haben die Fortführung des Projektes angekündigt. Aber die Finanzierung ist derzeit fraglich. (Ganz zu schweigen von den Engpässen, die die Wirtschaftskrise bringt.)

An Garzas Gartenzaun prangt ein No-Wall Schild, was darauf schließen lässt, dass er die Mauer ablehnt. Aber er sagt, dass ihn nur der ursprüngliche Verlauf gestört habe. Jetzt hofft er, dass die Gegend durch den Wall sicherer wird. „Ich will nicht pauschal urteilen, aber viele, die über die Grenze kommen, sind sehr arm. Die haben nichts. Wenn sie eine Gelegenheit haben, räumen sie einem das Haus aus.“


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