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John Mc Cain in Wilkes-Barre

Chris and Breanne waiting for McCain in Wilkes-Barre

Chris Bohinski (links) and Breanne G. waiting for McCain in Wilkes-Barre

Um 4.25 Uhr kommen wir in Wilkes-Barre an. Es regnet in Strömen. Unter dem Vordach zum Eingang des F.M. Kerby Centers of Performing Arts sitzen zwei Teenager auf einer rosa/hellblauen Decke und warten. Kein Popkonzert ist es, das Chris und Breanne vor dem Morgengrauen aus dem Bett gelockt hat. Es ist ein Mann, der 54 Jahre älter ist als sie: John McCain.

Während sein demokratischer Widersacher durch die Welt reiste, zog es den Republikaner nach Pennsylvania. “Jeder kommt nach Wilkes-Barre”, erklärt Chris. Er ist 17 Jahre alt und will Journalist werden. “Wir haben Hillary und Obama hier gesehen. Bei McCain wollten wir als erste da sein.” Die Mühe des 17-Jährigen wird belohnt werden. Die Kampagnemanager platzieren ihn zusammen mit 40 anderen direkt auf der Bühne. Ein Supertag für Chris und Breanne. Denn: “Viel tut sich hier sonst nicht.” Wilkes-Barre, umgeben von dichtem Wald, ist eine 40.000 Einwohner-Stadt im Osten des zwischen New Jersey, Ohio und New York gelegenen Bundesstaates. Dass es alle Kandidaten hierher verschlägt, hat einen einfachen Grund. Die Stimmen der Menschen in Pennsylvania (und Ohio) werden vermutlich diese Wahl entscheiden. In den Vorwahlen sympathisierten die meisten hier mit Hillary Clinton, deren Großmutter in einem Nachbardorf lebte. Barack Obama begegnen viele der weißen Arbeiter und Bauern mit Skepsis. Aber die häufigste Reaktion, auf die wir stoßen, ist Ratlosigkeit. Die hölzerne Performance McCains, der den Menschen im Theatersaal billiges Benzin verspricht und einmal mehr seine Kriegserfahrung hervorstreicht, ändert daran wenig.

“Ich weiß es noch nicht”, sagt etwa der 22-jährige Mat Andrejko, der gerade seinen Hilfsarbeiterjob verloren hat. “Mit dieser Gegend geht es bergab. Gerade haben die wieder ein General Motors-Werk geschlossen. Das wird jetzt alles in China gemacht. Ich würde weggehen, aber ich hab meine kranken Eltern hier. Wen ich wählen werde? Wahrscheinlich den, der mir besser etwas vorlügt.”

Bernold

Photo:Joe Barth

Joe Barth

A decisive moment in world history: John McCain's hand (on the left) is being seriously squeezed by roving reporter Matthias G. Bernold. Photo: Joe Barth


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