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Mir ist schlecht

The Republican Convention in St. Paul

The Republican Convention in St. Paul

„Es macht mir Sorgen, das jemand nach Europa reist und von dort Ideen in die USA importiert“, „ich habe einen Vorschlag zum Energiesparen: Al Gores Jet soll am Boden bleiben“, „es ist ein Mann, der endlos über einen Krieg reden kann, den Amerika führt, aber nie das Wort Sieg in den Mund nimmt“.

Alle Zitate stammen von Tag Drei des Konvents der Republikaner in St. Paul mit Reden von Mitt Romney, Mike Huckabee, Rudi Giuliani und Sarah Palin, der Kandidatin fürs Amt des Vizepräsidenten. Wenn ich an den Abend denke, ist mir immer noch schlecht. Ich liebe die USA, aber in diesen Stunden war mir, als hätte sich alles Üble, Kriegstreibende, Verkehrte, Bornierte und Boshafte dieses Landes im Excel Energy Center konzentriert. Liebe Leserin, lieber Leser, genießen Sie den Wahlkampf in Österreich! Verglichen mit dem in den USA ist er nicht nur kurz, er ist ein Genuss. Schmalz, Pathos, Hurrapatriotismus. Geschichten von Soldaten, die mit abgetrenntem Unterleib ihren Kameraden Feuerschutz geben. Ein euphorisiertes Publikum mit Cowboyhüten und blinkenden McCain-Ansteckern, das Stumpfsinn wie „Drill, Baby, drill!“ skandiert. Desavouierung Obamas als Zauderer und Wendehals, Karrierist und Steuerteufel. Kein Wort über Bush, dem die Amerikaner Krieg, Budgetdefizit und ein katastrophales Auslandsimage verdanken. Drohungen gegen die Presse, weil sie die Vergangenheit von Palin durchleuchtet hatte. Die Gouverneurin von Alaska setzte in ihrer Rede den Tiefpunkt, indem sie minutenlang jedes Familienmitglied vorstellt. Auch kann ich die Wörter Kriegsheld, Maverick und McCain nicht mehr hören. Was genau macht einen ehemaligen Kriegsgefangenen eigentlich zum besseren Außenpolitiker?


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