Tag Archives: umweltpioniere
ÖGUT Generalsekretär Herbert Greisberger_quer

Für Klimaschutz, gegen Zersiedelung: Wohnbauförderung für Einfamilienhäuser stoppen

Herbert Greisberger, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT), geht mit der Klimaschutzpolitik hart ins Gericht: Während sich Unternehmen als Wegbereiter ökologischer Reformen profilieren, stehle sich der Staat aus der Verantwortung.

Wirtschaftsblatt: Alljährlich treffen sich die Staatschefs zur Weltklimakonferenz. Regelmäßig mit mauem Ergebnis. Bringen es diese Konferenzen überhaupt?

Greisberger: Meiner Meinung nach machen die Konferenzen wie sie derzeit stattfinden wenig Sinn. Entscheidend ist doch, was die großen CO2-Emittenten – die USA, China, Brasilien, Europa und Japan – aushandeln. Dafür wären aber die G8 oder die G20 der bessere Platz. Beim Klimaschutz muss man die Großen an Bord zu haben, nicht die vielen.

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GriffnerHaus-Boss Thomas Lenzinger im Schauraum am Schottenring 10 in Wien

Aus der Serie Umweltpioniere: Grüner Häuslbauer mit Ambitionen

Bei GriffnerHaus wartet man mit Hochspannung auf die Umsetzung des rotgrünen Regierungsabkommens in Wien: Dort stellen die Stadtpolitiker nämlich die Weichen Richtung klimafreundlicher Gebäudetechnologie. Continue reading

Umwelttechnik: Hoffnung für Wirtschaft und Klima

Für das Wirtschaftsblatt

Beim UN-Klimagipfel in Cancun stehen die Chancen für ein neues Abkommen schlecht. Der Boom bei den Grünen Technologien gibt jedoch Anlass zu Hoffnung.

In Kopenhagen 2009 wurden alle Erwartungen enttäuscht: Weder ließen sich die USA und China ins Boot holen, noch kam ein Folgevertrag für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zustande. Beim Weltklimagipfel in Cancun scheint es kaum anders zu sein. “Eine einheitliche Klima-Architektur wird es nicht geben”, erklärt der Grazer Volkswirt und Wifo-Klimaexperte Stefan Schleicher, “wir werden das große Ziel dieses Jahrhunderts, die Erwärmung auf zwei Grad zu beschränken, nicht erreichen”. Schleichers Einschätzung deckt sich mit der von Umweltschützern, Klimaforschern und Politikern. Doch auch ohne verbindliches Abkommen besteht Grund zur Hoffnung. Nur sind die Hoffnungsträger andere: innovative Umwelttechnologieunternehmen. Continue reading

Michaela Reitterer beherbergt Gäste im ersten Passivhaus-Hotel

Für das Wirtschaftsblatt

Die Sache mit Lavandula angustifolia ergab sich zufällig. Als es darum ging, das Dach zu renovieren, pflanzte man bei der Gelegenheit Lavendel. Ein Glücksgriff: Sieht schön aus, duftet und hält obendrein die Gelsen fern.

Wie mit dem Lavendel erging es Michaela Reitterer bei vielen Neuerungen in ihrem Hotel. Zur Dachbegrünung kamen Photovoltaik-Module. Zur thermischen Sanierung die Regenwassernutzung. Heute ist das Boutiquehotel Stadthalle in Wien 15, das im November mit dem Klimaschutzpreis in der Kategorie Landwirtschaft und Gewerbe ausgezeichnet wurde, das erste Hotel, das eine Null-Energie-Bilanz schafft. Oder zumindest fast.

Michaela Reitterer auf der Terasse ihres Ökohotels. Foto: Bernold

“Ich bin keine, die in Birkenstockschlapfen und mit fettigen Haaren herumschlurft”, sagt Reitterer, die die Energie der erfolgreichen Geschäftsfrau verströmt. “Der Umweltgedanke hat das Hotelprojekt ungeplant immer weiter durchdrungen.”

Mit dem Hotel verwirklicht Reitterer, die am Mittwoch als Landesvorsitzende der Wiener Hoteliers wiedergewählt wurde, ihren Lebenstraum. Zur Jahrtausendwende kauft die zweifache Mutter, die lange ihr eigenes Reisebüro betrieb, ihren Eltern das Hotel ab. “Schon meine Mama hat auf Sparlampen und Mülltrennung gesetzt”, sagt Reitterer. Als Renovierungsarbeiten anstehen, setzt die junge Chefin den Weg fort. Konsequenter allerdings als je ein Hotelier zuvor. Seit 2007 entsteht das Öko-Hotel samt Zubau, der gänzlich in Passivhausbauweise errichtet wird. Mit Abwärmenutzung, Regenwasserspülung in den Klos und Elektro-Tankstelle für E-Bikes.

Einfach war der Bau nicht, sagt Reitterer: “Weil die Bauordnung etwa keine Vorgaben für Lüftungssysteme von Hotelküchen in Passivhäusern kennt.” Dass man heute noch nicht völlig energieautark sei, habe zwei Gründe. “Wir produzieren im Sommer einen Überschuss an Strom und müssen dafür im Winter zukaufen”, sagt Reitterer. Daneben verzögert ein Streit mit Anrainern die Errichtung von Windrädern auf dem Dach.

Fünf Millionen € hat der umweltfreundliche Umbau gekostet, 15 Prozent mehr als normal.

Rentiert habe sich das ganze allemal: “Die zusätzliche Aufmerksamkeit hat wahnsinnig viele Gäste gebracht. Durch die eingesparte Energie sind die extra Baukosten in acht bis neun Jahren hereingespielt.” Wenn dann doch einmal ein Zimmer leer bleibt, hat Reitterer noch eine Geschäftsreserve auf dem Dach: Der Lavendel wird nämlich zu Duftkissen verarbeitet und verkauft.


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