Und morgen der Durst


The Hoover Dam in the Black Canyon of the Colorado River, on the border between Arizona and Nevada.

The Hoover Dam in the Black Canyon of the Colorado River, on the border between Arizona and Nevada.

Eine Autostunde südöstlich von Las Vegas, in einer Landschaft aus Sand und Stein liegt Lake Mead. 640 Quadratkilometer misst die vom Hoover Damm gestaute Wassermasse – es ist der größte künstliche See in den USA. Ein beliebtes Ausflugsziel für Angler, Bootsfahrer und Schwimmer. Und noch mehr: Trinkwasserreservoir für 18 Millionen Menschen im Südwesten inklusive der wachsenden Millionenstädte Las Vegas und Phoenix.

Über ein unterirdisches Rohrsystem gelangt das Wasser in die Haushalte. Wie lange der See – Namensgeber ist Elwood Mead, der das Projekt ab 1924 plante und realisierte – noch die Wasserversorgung gewährleisten kann, ist ungewiss. Eine pessimistische Studie der Scripps Institution of Oceanography an der Universität von San Diego sagt voraus, dass der See in dreizehn Jahre austrocknen werde, wenn der Wasserverbrauch auf heutigem Niveau bleibt und der Klimawandel weiter fortschreitet. Wie die Studienautoren Tim Barnett and David Pierce darlegen, gibt der See bereits mehr Wasser ab als er aufnimmt. Um 40 Meter sei der Wasserpegel in den letzten acht Jahren gesunken, erklärt Nationalparksbeauftragte Barbara Sharp. Die Sedimentablagerungen am Ufer zeigen den Wasserstand vergangener Jahre. „Nur 1955 und 1964 war der Pegel niedriger“, sagt Sharp. Die damaligen Tiefstände seien allerdings eine Folge von Konstruktionsarbeiten gewesen.

Wasserwirtschaft ist in den sieben Staaten am Colorado River zum Politikum geworden. Seit 1922 regeln Verträge die Verteilung des Wassers. Die drei südlichen Staaten Kalifornien, Arizona und Nevada einigten sich letzten Herbst auf einen neuen Verteilungsschlüssel für Zeiten der Knappheit und auf Maßnahmen zum Wassersparen. Im Wahlkampf kommt Wasser – wie viele Umweltthemen – hingegen kaum zur Sprache. John McCain, Senator von Arizona, deutete einmal an, den Verteilungsschlüssel überdenken zu wollen. Was Barack Obama umgehend zum Anlass nahm, ihn der Bevorzugung Arizonas zu bezichtigen. Konzepte präsentierte keiner von beiden.

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About Matthias Bernold

Matthias G. Bernold ist ein österreichischer Journalist, Jurist und Fotograf. Er lebt derzeit in New York.

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