Was wirklich wichtig ist


Craig DeLuc is trying to convince Afro-Americans to vote for McCain

Craig DeLuc is trying to convince Afro-Americans to vote for McCain

In der Faith Fellowship Community Church im Norden der kalifornischen Hauptstadt Sacramento wird heute nicht gebetet, sondern diskutiert. Die Kirche veranstaltet einen Konvent zur Präsidentenwahl. Drei Dutzend Gäste sitzen auf den violett gepolsterten Bänken. Einer der Redner ist Craig DeLuc. Der Republikaner will schwarze Wähler davon überzeugen, dass John McCain der beste Kandidat für sie ist:

„Schreibt nicht dadurch Geschichte, dass ihr einen Schwarzen wählt – schreibt Geschichte, indem ihr den wählt, der mehr Verdienste hat und das bessere Programm“, ruft der Afroamerikaner ins Publikum. Viele unterbrechen seine Rede mit zynischen Rufen, doch er lässt sich nicht beirren: „Obama spricht von ,Change’. Auch McCain will Veränderung. Der Unterschied ist: Obama vertraut auf die ändernde Kraft der Regierung. McCain hingegen vertraut auf die Kraft der Leute. Er vertraut euch!“

Der 35-jährige DeLuc trägt Nadelstreif und blitzende Schuhe. Geboren wurde er in Richmont, Kalifornien. In ein demokratisches Elternhaus, wie er sagt. An der Highschool lernte er konservative Ideen kennen. „Ich habe erkannt, dass viele Schwarze nur aus Tradition demokratisch wählen. In ihren Werten sind sie den Republikanern näher: Gegen Abtreibung, für Unternehmergeist, Familie und Glauben.”

Ich frage DeLuc, der sich am Podium für freie Märkte ausgesprochen hatte, ob er nicht damit übereinstimme, dass Deregulierungen die Hauptschuld an der Hypotheken- und Finanzkrise tragen, die jetzt die USA zwingt, marode Investmentbanken zu subventionieren. „Schuld sind jene, die über ihre Verhältnissen gelebt haben. Die mit Hypothekenkrediten Urlaube, Autos und Schulgelder finanzierten.“

Was ist das größte Problem Kaliforniens, Herr DeLuc?

„Dass Kalifornien die Homosexuellen-Ehe zulässt. Wir unterstützen die Proposition 8, über die am Tag der Präsidentenwahl abgestimmt wird. Damit wollen wir in der Verfassung festlegen, dass es die Ehe nur zwischen Mann und Frau gibt.“

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About Matthias Bernold

Matthias G. Bernold ist ein österreichischer Journalist, Jurist und Fotograf. Er lebt derzeit in New York.

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