Der Ökologiator


„Ich habe ihn Anfangs unterstützt und liebe seine Filme“, sagt Craig DeLuc, ein republikanischer Lokalpolitiker aus Sacramento, „aber inzwischen hat er sich so oft gedreht, dass er unglaubwürdig wurde“. Arnold Schwarzenegger – um den geht es nämlich – hat nach Ansicht von DeLuc ein Problem: „Er will um jeden Preis geliebt werden. Als Schauspieler hasst er es, unpopulär zu sein.”

Nicht nur DeLuc ärgert sich über die steirische Eiche. Viele Republikaner haben mit ihm wenig Freude, seit er unter Druck Demokratischer Mehrheiten in Kaliforniens Senat und Repräsentantenhaus nach links rückte. Zum Konvent der Republikaner in St. Paul kam Schwarzenegger gar nicht – obwohl er ursprünglich als Redner angekündigt war. Laut offizieller Stellungnahme, weil die zähen Budgetverhandlungen keine Absenz des Gouverneurs zuließen.

Während ihn die einen schelten, loben ihn die anderen. Das „Time“-Magazin rühmte ihn zuletzt als einen von zehn „Helden der Umwelt“. Im September 2006 unterzeichnete er ein Gesetz, dass die Industrie bei der Emission von Treibhausgasen beschränkt. Teil eines Planes, der Kalifornien bis 2020 auf den Stand von 1990 bringen soll. Gegen den Widerstand von George W. Bush schloss Schwarzenegger mit Kanada, Mexiko und den UN ein Abkommen zur Reduktion der Treibhausgase und zur Förderung sauberer Technologien. Natürlich trifft dies in Kalifornien auf besonders fruchtbaren Boden. Nirgendwo sonst ist man für Gesundes und Umweltfreundliches empfänglicher. Von Fahrradwegen, über Biogemüse bis hin zu Solarenergie.

Dabei war Schwarzenegger kein Ökofuzzi von Stunde Null. Immerhin leitete er den Trend zu den Hummer SUVs ein. Jenen monströsen Jeeps, die bis zu 30 Liter Benin auf 100 Kilometer verbrauchen und die aufgrund der hohen Benzinpreise letzthin aus der Mode gerieten. Schwarzenegger demonstriert auch hier Ökobewusstsein (in amerikanischer Auslegung): Reduzierte seinen Fuhrpark angeblich von neun auf fünf Hummers und ließ eines der Fahrzeuge auf Biodiesel umbauen.

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About Matthias Bernold

Matthias G. Bernold ist ein österreichischer Journalist, Jurist und Fotograf. Er lebt derzeit in New York.

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