Die Zukunft aus der Kiste


Aus der Serie “Umweltpioniere” für das Wirtschaftsblatt

Wer um die Zukunft der Energieversorgung Bescheid wissen will, sollte beim oberösterreichischen Unternehmen Fronius vorbeischauen.

Kaum zu glauben, dass das Morgen so konventionell aussieht. Eine graue Kiste, ähnlich einem Durchlauferhitzer. Nur die Gasflasche dahinter deutet an, dass in diesem Ding innovative Technik steckt.

Bei der Kiste im Schauraum des Fronius-Werks in Sattledt handelt es sich um eine Brennstoffzelle, die Strom aus Sonnenlicht in Wasserstoff umwandelt, um die Energie solcherart zu speichern. Revolutionär ist diese Technik, weil damit die größte Schwäche erneuerbarer Energiequellen beseitigt wird.

Nicht immer nämlich scheint die Sonne dann am hellsten und weht der Wind dann am kräftigsten, wenn wir gerade die Badewanne einlassen wollen. Mit der Energiezelle wird es möglich, die überschüssige Energie in Form von Wasserstoff zu speichern. Verlustfrei und länger als das ein Akku je könnte.

Produktion von Photovoltaik Wechselrichtern

“Spätestens in fünf Jahren wird Solarenergie, die die Leute selbst produzieren, wirtschaftlicher sein als Strom aus der Steckdose”, glaubt Christoph Panhuber. Panhuber ist Spartenmanager Solartechnik bei Fronius und als solcher gewissermaßen zum Optimismus verpflichtet. Seine Zuversicht stützt sich allerdings nicht nur auf die eingangs erwähnte Energiezelle, die inzwischen in Serie produziert wird. Sie stützt sich auf Wachstumsraten von 40 bis hundert Prozent.

Immer mehr Länder setzen im Kampf gegen den globalen Klimawandel und für mehr Energieautonomie auf Photovoltaik. “Durch die Massenfertigung wird die Haltbarkeit immer länger”, erklärt Panhuber, “der Wirkungsgrad verbessert sich und die Preise sinken.”

Vom Familienbetrieb -im Juni 1945 schweißte Unternehmensgründer Günther Fronius noch in einer Scheune Metallteile zusammen -wuchs Fronius zum Weltkonzern mit 2677 Mitarbeitern und einem Umsatz von zuletzt 500 Millionen €. Für Entwicklungen im Bereich der Umwelttechnologie heimste das Unternehmen, das heute in zweiter Generation von Klaus Fronius geführt wird, die wichtigsten Umwelt-Auszeichnungen, darunter den Klimaschutz Staatspreis und den World Energy Globe, ein.

Wasserstofftankstelle vor dem Betriebsgelände in Sattledt (OÖ)

 

Nicht zuletzt durch die massive Nachfrage in Asien, hofft Panhuber, werde das Geschäft weiterhin kräftig wachsen. Von der Politik wünscht sich der Manager eine “konti nuierliche, auf Langfristigkeit angelegte Energiepolitik”. Ein Ökostromgesetz, das ein “langfristiges Szenario” bietet, mit verlässlichen, stabilen Rahmenbedingungen für die nächsten Jahre. “Bis 2015”, schätzt er, “werde der Markt im Bereich der Haushalte ohne Förderungen auskommen.

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About Matthias Bernold

Matthias G. Bernold ist ein österreichischer Journalist, Jurist und Fotograf. Er lebt derzeit in New York.

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