Inside Pepsi Center

Es ist ein elliptisches Stadion, ähnlich der Wiener Stadthalle. An der Längsseite hat die Pepsi Hall eine Bühne, die weit ins Publikum ragt. Wer auf den schlechten Plätzen sitzt – Vertreter kleinerer Medien zum Beispiel – sieht den Sprecher von schräg hinten. Es gibt ein Orchester und Logen für Fernsehteams. Alles leuchtet in rot und blau. Den Eröffnungsworten eines Predigers folgt das Star Spangled Banner. Die Halle – sie fasst 19.000 Menschen – ist am Nachmittag spärlich besetzt. Nach einer Stunde weiß ich auch, warum. Die Reden sind lahm – ich nicke ein.

Die Kälte lässt jedoch keine Ruhe zu. Draußen ist es ohnehin interessanter. Tausende Journalisten irren herum, tragen Foto- und Videokameras, Stative und Tonbandgeräte. TV-Sender haben im Untergeschoß provisorische Studios eingerichtet. Für die Zeitungen gibt es auf dem eingezäunten Gelände rund um die Halle Pressezelte. Freiwillige Helfer fahren in Golfwägelchen herum. Zwei junge Delegierte aus Canton, Michigan, Brandon Hynes und Mike Siegrist rauchen vor dem Haupteingang. „Erst am Abend wird es spaßig“, sagt der 20-jährige Hynes. Es sei – meint er weiter – meist nicht wichtig, was in der Pepsi Hall passiert. „Es geht darum, die Abgeordneten auf Linie zu bringen. Die Entscheidungen fallen woanders.“

Tatsächlich gibt eine unüberschaubare Anzahl von Veranstaltungen: Empfänge, Pressebriefings, Podiumsdiskussionen. Tagsüber kommen Interessensgruppen wie die Demokratischen Senioren, die Demokratischen Indigenen oder die Demokratischen Landwirte zusammen. Abends haut sich die Politschickeria in die Panier und geht feiern. Die Vielfalt in der blauen Reichshälfte ist beeindruckend. Sie könnte aber den Demokraten auch schaden. Noch immer hängen viele Delegierte an Hillary Clinton. „Es wird darauf ankommen, ob die Leute Hillary glauben, dass sie Obama vorbehaltlos unterstützt“, sagt Siegrist. Was, wenn ihre Rede vom Dienstagabend bei den Abgeordneten nicht diesen Eindruck weckt? Hynes: „Dann wird es Obama nicht schaffen.“